43. Rennsteiglauf

09.05.2015
Text: Katrin Schneider

Seit ein paar Jahren liebäugelte ich bereits mit dem Rennsteiglauf, jedesmal hatte ich wieder andere Ausreden, warum es in dem Jahr nicht sein sollte. Auch diesmal war es nicht viel anders. Nachdem feststand, dass unser Goitzschemarathon leider ausfiel, meldete ich mich endlich für diesen Lauf an. 3 Wochen hatte ich noch Zeit, mir fehlten Laufkilometer und meine längste Laufstrecke in diesem Jahr war der Halbmarathon von Wurzen nach Grimma. Das schreckte mich nicht ab, nahm ich mir doch unseren Eberhard Kurze ( der Hauptmann) als Vorbild, wenn er diese Strecke schafft, dann schaffst Du das auch.
So klingelte am 09.05.2015 früh halb vier der Wecker und eine Stunde später saßen Felix und meine Mutter gemeinsam mit mir im Auto in Richtung Neuhaus am Rennweg.
Nachdem ich meine Startunterlagen geholt hatte, fotografierte Felix mich unter dem Startbogen, als erstes Beweisfoto meines Vorhabens. Dieses Bild machte dann die Runde, da mir unterstellt wurde, ich habe ein Date. Klar hatte ich eines, mit über 2700 Läufern :))). Bevor der Startschuss um neun Uhr fiel, hieß es für uns Marathoni`s sich aufzuwärmen, obwohl ich hatte Gänsehaut. Warum, die eigens für den Lauf engagierte Band spielte das Rennsteiglied, welches Herbert Roth vor 60 Jahren komponierte, und alle sangen und schunkelten mit. Damit nicht genug, anschließend wurde der Schneewalzer bei strahlendem Sonnenschein zelebriert. Diese einmaligen Bilder liesen sich selbst die Hubschrauberpaparazzis vom MDR nicht entgehen und beeilten sich, diese tollen Bilder um 19 Uhr bei MDR Thüringen zu zeigen.
Diese super Einstimmung machte Lust auf mehr und endlich fiel der Startschuss, jetzt gab es kein zurück mehr. Die ersten 500 m zeigten uns gleich, wir sind hier im Gebirge, es ging bergan. Da wir alle noch frisch waren, machte uns diese Steigung nichts aus. Und so ging es Kilometer um Kilometer vorwärts.
Die Strecken sind relativ lang, oft völlig uneben, grob geschottert, verwurzelt und viele Steine, ein richtiger Crosslauf eben. Außerdem ging es auch noch rauf und wieder runter, und das mitten im Thüringer Wald. Dieser ist für seine Wetterkapriolen bekannt und so holte mich der Regen bei Kilometer 20 ein, kurz nachdem ich mich auf dem Masserberg gestärkt hatte. Hier ein großes Lob an die vielen, vielen Helfer für die tolle Verpflegung. Es gab für jeden etwas - Wasser, leckeren Thüringer Tee, Cola, Haferschleim ( auch wenn es manche nicht verstehen, mir schmeckt er und ist nahrhafter als jedes Powergel), Banane, Apfel und und und.
Da wir ja keine Schönwettersportler sind, machte es uns auch nichts aus, als es dann noch hagelte und in Frauenwald der Regen so stark war, dass man dachte, hier werden Wassereimer ausgeschüttet.
Nachdem die Halbmarathonstrecke recht gut zu laufen war, kam jetzt auf der 2. Hälfte die anspruchsvollere Strecke. Es gab nicht nur einige Anstiege, die nur gehend zu bewältigen waren, sondern auch einen Abstieg. Dieser war so schmal, steinig, verwurzelt und mit Absätzen versehen, dass es für mich und vielen anderen Läufern zu riskant war, diesen zu laufen. Das tat der Stimmung unterwegs keinen Abbruch. Man lief nie allein, es wurde sich unterhalten, die Landschaft wurde genossen, es passte alles. Selbst der MDR lies es sich nicht nehmen und schickte einen Moderator auf die Strecke, welcher seinen Lauf filmte und kommentierte und so auch mit den Läufern ins Gespräch kam.
Das Publikum entlang der Strecke war phantastisch. Wir wurden bejubelt, angefeuert und motiviert. Besonders auf dem letzten Kilometer brauchte man die Motivation, waren doch noch mal 100 Höhenmeter zu bewältigen und das, obwohl wir schon 42,5 km in den Beinen hatten. Aber wir wollten es ja so....
Meter für Meter kämpfte ich mich nach oben, da die letzte Kurve, endlich der Zielbogen, aber halt was war das, es war zwar ein Bogen da, es stand aber nicht Ziel darauf, also noch ein Stück weiter, wieder eine Kurve rum und dann ging es etwas bergab, wirklich dem Ziel entgegen.
Nach 4:45,17h und 43,5km überquerte ich überglücklich die Ziellinie in Schmiedefeld, ich habe es geschafft !!!!! Es war der Wahnsinn. Ich kann nur jedem empfehlen, diesen tollen Lauf zu machen. Und es stimmt, es ist der schönste Landschaftslauf. Ein riesengroßes Dankeschön an die Organisatoren, es hat alles gepaßt. Der Termin für das nächste Jahr steht schon in meinem Kalender und ich folge der Aufforderung im nächsten Jahr jemanden mitzubringen. Felix war so begeistert von der ganzen Athmosphäre, dass er sie im nächsten Jahr nicht als Zuschauer sondern als Aktiver genießen möchte.
Danke möchte ich auch meiner Mutter und Felix sagen, die mich begleiteten und mit mir mitfieberten. Vielen Dank für die Glückwünsche von meinen lieben Freunden und Mitstreitern vom Bitterfelder SV 2000.